Die Schöne mit den Katzenaugen (22) wartet sehnsüchtig auf den Pizza-Boten. Denn da hat sie sich heute was Extrascharfes bestellt. Schon klingelt s an der Tür, da steht der Ausliefer-Fahrer. Und - Überraschung - für Neukundin Tanja hat er auch seine berühmte Italo-Salami mitgebracht." So steht es neckisch unter dem Foto einer halb nackten jungen Frau auf der Homepage von Bild.

De. "Fi-Fa-Fummel-Tanja" könnte demnächst die surfende Öffentlichkeit auf der Homepage von T-Online begrüßen. Denn der Axel Springer Verlag, dem bild.de gehört, und die Telekom-Tochter T-Online wollen eine gemeinsame Website anbieten. An "bild.t-online.de" werde Springer 63 Prozent und T-Online 37 Prozent der Anteile halten, kündigten Springer-Zeitungsvorstand Mathias Döpfner und Telekom-Chef Ron Sommer am Mittwoch in Berlin an. In dem Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Berlin wird Springer die Online-Aktivitäten von Bild bündeln und die redaktionellen Leistungen beisteuern. T-Online wird für Kundenservice und Internet-Zugang zuständig sein. Nichts verraten Viel mehr sagen wollten die beiden Unternehmenschefs nicht. Wie dieses Internet-Angebot aussehen wird, wann es ans Netz gehen soll, welche Summe in das Unternehmen investiert wird, wie viele Mitarbeiter es haben soll - all das mochten Sommer und Döpfner nicht verraten. Ein "multimediales Erlebnis mit vielen Angeboten und Services" soll das "Entertainment-Portal" werden, verrät Springer-Sprecherin Edda Fels immerhin, bevor sie selbst zugeben muss, dass diese Auskunft "nicht hinreichend konkret" sei. Mit Springer und T-Online schließen sich zwei Partner zusammen, die dringend der gegenseitigen Unterstützung bedürfen. T-Online musste bei einer Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche einräumen, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Konzernverlust von 481 Millionen Euro eingefahren hat. Auch an der Börse sieht es für T-Online düster aus: nach einem Höchststand der Aktie am 2. Mai letzten Jahres bei 48 Euro dümpelt diese nun um die neun Euro. Die Kooperation mit Springer konnte die Talfahrt des Aktienkurs nicht aufhalten. Obwohl das Gerücht bereits seit dem Wochenende kursiert, sank der Aktienkurs in den letzten Tagen um 15 Prozent - obwohl es inzwischen gängige Analysten-Weisheit ist, dass T-Online die redaktionellen Inhalte fehlen. Eigentlich hätte die Aktie also gewinnen müssen. Bisher ist die Homepage von T-Online mager bestückt. Diesem Notstand sollen nun Kooperationen mit Medienunternehmen abhelfen. Vor zwei Wochen teilte T-Online mit, dass man mit dem ZDF ein Informationsportal eröffnen wolle. Schon jetzt soll eine Internet-Soap die Surfer länger auf der Website von T-Online halten. Mangels Interesse Eher unglücklich operierte bislang der Springer-Verlag im Internet. Ein Stadtportal mit dem Namen "Go-on" wurde bereits 1996 mit großem Trara gestartet, ein halbes Jahr später mangels Publikumsinteresse und wegen technischer Probleme wieder begraben. Schon damals war übrigens T-Online als "strategischer Partner" mit dabei. Unter dem Namen "Go-on" hat Springer seither diverse kurzlebige Internetaktivitäten gestartet - unter anderem eine Suchmaschine und ein Auktionshaus. Inzwischen ist unter der Adresse nur noch eine leere Seite zu finden. Neues Internet-Renommierobjekt des Springer-Verlags ist das "Projekt Z", an dem unter der Leitung des ehemaligen "Bild"-Chefredakteurs Udo Röbel gearbeitet wird. Das "Z" steht entweder für "Zukunft" oder für "zwischendurch wird der Start wieder einmal verschoben", wie man in der Branche scherzt. Ursprünglich sollte das Projekt im Januar ans Netz gehen. Nach dem Zusammenschluss mit T-Online kann Matthias Döpfner nicht mal mehr sagen, ob das neue Internetangebot in diesem oder erst im nächsten Jahr startet. Nur dass es bild.de ersetzten wird, ist sicher. Und was wird aus Fi-Fa-Fummel-Tanja? Im Interview mit Net-Business verkündete Udo Röbel: "Die nackten Frauen. sind bei uns viel spannender, quasi dreidimensional. Denken Sie an die Möglichkeiten, die Video und interaktive Anwendungen bieten." Beim Fi-Fa-Fummeln im Netz wahrscheinlich.