Die Fernsehsender in Frankreich können besser pokern als die Fernsehsender in Deutschland. Nach einem Bericht der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune" drohen sie der Kirch-Gruppe damit, die Fußball-Weltmeisterschaft, die 2002 in Japan und Korea stattfindet, nicht zu übertragen. Der Grund: die Rechte, die Kirch von der Fifa gekauft hat und nun international weiterverdealt, seien mit 300 Millionen Mark zu teuer; Kirch nutze sein Monopol aus; die Fernsehsender, die unter sinkenden Werbeeinnahmen litten, würden durch den hohen

Die aus Zuschauergebühren finanzierte ARD zahlt in Deutschland dagegen für das Recht, 24 der 64 WM-Spiele zu übertragen, 250 Millionen Mark plus Mehrwertsteuer. Auch wenn Deutschland mehr Einwohner als Frankreich hat und der Preis pro bundesdeutschem Kopf darum nicht so viel höher ist, als es zunächst erscheint - unübersehbar bleibt, dass die französischen Sender Kirch gegenüber wesentlich selbstbewusster

Das mag daran liegen, dass die WM 2002 live nur im Vormittagsprogramm zu sehen sein wird und darum weniger attraktiv ist. Es mag aber auch daran liegen, dass die Schmerzgrenze für Fußball-Preise erreicht ist und Sender nicht mehr bereit sind, Summen von beliebiger Höhe für vermeintliche "Top-Spiele" zu zahlen. Vielleicht ist angesichts der derzeitigen Konjunkturflaute die Zeit der finanziellen Blütenträume beim Fußball - wie schon länger am Neuen Markt - vorbei. Ob sich die Nemax-Kurse auf niedrigem Niveau wieder stabilisieren, weiß man nicht. Beim Fußball könnte es so kommen.