Jetzt geht s los", heißt es auf der Titelseite der letzten Ausgabe von "Gold". Aber tatsächlich hört es nur noch auf: die Ausgabe Nummer 20, die zurzeit an den Kiosken liegt, ist die letzte. Nach nur einem halben Jahr wird die Internet-Zeitschrift eingestellt, die im März mit großem Werbeaufwand gestartet war: "Die PopNet Internet GmbH beendet ihr Engagement bei der Internet-Zeitschrift ,Gold ", steht knapp in einer Meldung des Hamburger Noch lapidarer heißt es auf der Website: "Liebe gold.de-User, mit dem heutigen Tag wird gold.de eingestellt. Vielen Dank für Ihre Besuche. Man sieht sich!"

Sich sehen wird man wohl so schnell nicht mehr: die meisten der fünfzig Redakteure aus der "Gold"-Redaktion werden PopNet für immer verlassen. Das Unternehmen, das noch vor einem halben Jahr als Multimedia-Firma sowohl Websites wie auch Fernsehshows und Printmagazine machen wollte, will sich in Zukunft mit E-Business und Internet-Marktforschung bescheiden.

Von den letzten Ausgaben des Hefts wurden im Schnitt 160 000 Exemplare verkauft, womit "Gold" hinter der anvisierten Auflage von 300 000 Stück zurückblieb. Doch eingestellt wird "Gold" wegen des mageren Anzeigengeschäfts. 5,4 Millionen Euro hat PopNet das verlegerische Abenteuer gekostet.

Anzeichen einer Krise gab es bei "Gold.de" schon länger: das Blatt, das als Online-Shopping-Ratgeber gestartet war, wurde schnell zur "Internet-Programmzeitschrift" umgewidmet. Im Juni kam Chefredakteur Olaf Deiniger nicht mehr aus dem Urlaub zurück und wurde durch den 29-jährigen Oliver Hundt ersetzt, der einen erfolglosen Relaunch durchführte.