In Deutschland nutzen inzwischen knapp 25 Millionen Erwachsene das Internet - das sind 38,8 Prozent der Erwachsenen. 80 Prozent der Internet-User nutzen E-Mail; 60 Prozent sehen das Netz als Informationsquelle. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die ARD und ZDF zur Internet-Nutzung der Deutschen durchgeführt hat.
Trotzdem versuchen deutsche Unternehmen bis heute vor allem, mit Unterhaltungs-Pipifax und E-Commerce im Netz Geld zu verdienen, obwohl die Zahlen zeigen, dass derartige Angebote nur von wenigen Usern gewünscht werden. Die erklärten Bedürfnisse ihrer potenziellen Kunden - nämlich nach Kommunikation und Information - ignoriert die deutsche Internet-Wirtschaft souverän. Die Anzahl von brauchbaren, aktuellen Informationsseiten, die Netz-spezifisches Material auf Deutsch anbieten, ist gering.
Der Siegeszug des Internets hat in Deutschland in einer Zeit stattgefunden, in der staatliche Regulierung und Steuerung out waren und die Gesetze der freien Marktwirtschaft in allen Lebensbereichen Einzug halten sollten. Woher anspruchsvollere Informationen als die oberflächlichen "Ticker-News" bei flachen "Internet-Portalen" kommen sollen - darüber hat sich nie jemand Gedanken gemacht. Der Markt ist an der Aufgabe gescheitert, nachhaltige Information für das Netz zu liefern. Und auch die existierenden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sind für diese Aufgabe ungeeignet. Vielleicht braucht Deutschland eine neue Art öffentlich-rechtliche Anstalt, die Qualitäts-Inhalte für das Internet herstellt oder die Produzenten von unabhängiger Information unterstützt. Hier wäre mit wenig Geld viel zu machen.