Ein "intelligentes Haus", das automatisch neue Mayonnaise bestellt, wenn die im Kühlschrank alle ist - das ist die Art von "Vision", die das Herz von Produktmanagern der internationalen Elektronikkonzerne wärmt - und das übrigens schon seit gut einem So lange geistert die Idee von einem vollkommen vernetzten Eigenheim, das irgendwelchen Kleinkram selbst erledigt und dafür ununterbrochen mit dem Internet verbunden sein muss, schon durch die Branche.

Auch bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin, die am Sonntag zu Ende ging, wurde diese Idee mal wieder aufgewärmt. Eine Idee, die nur Ingenieure lieben können. Der Rest der Menschheit denkt an Trash-Sciencefiction-Filme im Spätprogramm des Privatfernsehens, in denen wahnsinnig gewordene "intelligente Häuser" ihre Bewohner terrorisieren.

Solche Innovationen müssen von kleinen Wichteln mit Propellern auf der Mütze stammen, die in unterirdischen Höhlen an ihren Erfindungen basteln. Dort werden wahrscheinlich auch die Interfaces für das "digitale Fernsehen der Zukunft" erdacht, die nur promovierte Informatiker benutzen können. Nicht dass irgendjemand um das digitale TV gebeten hätte, das bei der IFA wieder mal zum nächsten großen Ding hoch gejubelt wurde. Die Verbraucher sind dazu gerade zu beschäftigt, weil sie immer noch versuchen, die Bedienungsanleitung ihres analogen Videorekorders zu verstehen. Da wird die Überraschung um so größer sein, wenn in der "digitalen Zukunft", die "heute schon begonnen hat", nicht nur der Computer, sondern auch der Fernseher abstürzen kann.