Die Internet-Musiktauschbörse Napster ist am Montag vorübergehend komplett abgeschaltet worden. Der Austausch von Dateien ist bis auf weiteres nicht mehr möglich. Die Totalabschaltung wird auf der Website des Unternehmens damit begründet, dass Napster nun zu einem Abonnementsangebot umstrukturiert wird. Der Datenaustausch sei wegen der notwendigen Umstellungen in der Datenbank zur Unterstützung der Dateiidentifikation unterbrochen worden. Näheres zum Stand der Umstellung war allerdings nicht zu erfahren. Wann diese abgeschlossen sein soll, ist nicht bekannt. Es soll nach Angaben von Bertelsmann, dem wichtigsten Finanzier von Napster, aber noch im Juli geschehen.

Napster hat sich in letzter Zeit verstärkt bemüht, den Austausch von urheberrechtlich geschützten Musikstücken zu unterbinden. So wurden neue Filter eingeführt, um illegale Stücke vom Tausch auszuschließen. Die Nutzung von Napster ist seitdem drastisch zurückgegangen. Nachdem im Februar auf dem Höhepunkt des Napster-Booms 1,57 Millionen Nutzer Musikstücke ausgetauscht hatten, waren es Ende Juni gerade noch 320 000.

Auch die Zahl der vorliegenden Musikstücke ist stark reduziert. Waren es im Februar 2001 noch 220 Stücke pro User, die bei Napster zu finden waren, sind es jetzt nur noch 1,5. Wofür die Nutzer bei dem neuen Abonnementangebot nun noch bezahlen sollen, wenn es keine Musik mehr gibt, ist unklar.

Allerdings sind nach einer Umfrage von Emnid 53 Prozent der deutschen Internetbenutzer nicht bereit, für Musik aus dem Netz Geld zu bezahlen. (tel.)