Seijun-Suzuki-Retrospektive im Arsenal

Tilman Baumgärtel

Maßhalten war nie seine Sache. Die Filme des japanischen Regie-Berserkers Seijun Suzuki gehören zum Kanon eines Kinos des Exzesses, das eine eigene Kunstform daraus gemacht hat, die Regeln des Filmemachens wie des guten Geschmacks mit Gusto zu brechen. Zu den Markenzeichen seiner Filme gehören grelle Farbkompositionen, extreme Lichteffekte, verwirrende Montagesequenzen und ein Inszenierungsstil, der sich wenig um narrative Logik kümmert, aber viel Energie und viel cinematographischen Intelligenz darauf verwendet, den maximalen Effekt auf seine Zuschauer zu erzielen. Selbst im wahnwitzigen Extremkino der japanischen B-Filme der 50er und 60er Jahre, in dem einige der grellsten Ausnahmewerke der internationalen Filmgeschichte entstanden sind, ist Suzuki ein Ausnahmefall, ein .

Und inzwischen einer der dienstältesten Regisseure der Welt. Noch 2008 suchte er bei einem Finanzierungsforum in Tokyo Investoren für ein Filmprojekt, obwohl der ehemalige Kettenraucher ein Atemgerät tragen muss. Das Projekt fand jedoch keinen Unterstützer und so wird „Princess Rancoon“, den er 2005 im Alter von 82 Jahren mit Zhang Ziyi drehte, wohl sein letzter bleiben.

Cinematographische Berserker