Eigentlich ist der Mann über jeden Verdacht erhaben: sechs Bücher und unzählige Artikel hat er über deutsche Neonazis geschrieben, Vorträge an Universitäten und Schulen gehalten, sogar die New York Times hat ihn für eine Geschichte über Skinheads in Burkhard Schröder ist einer der profiliertesten Journalisten, die hier zu Lande über Rechtsradikalismus schreiben.
Ausgerechnet Schröder ist nun wegen des "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" angeklagt. Das Berliner Landeskriminalamt hat ein Ermittlungsverfahren wegen "Links mit strafrechtlich relevantem Inhalt" auf seiner Homepage eingeleitet.
In der Tat finden sich auf seiner Website Internetadressen von rechten Organisationen und Medien; Schröder selbst betrachtet seine Homepage als "Portal" zum Thema Rechtsradikalismus in Deutschland. Die Links, die er für seine Arbeit braucht, will er der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. "Wer über und gegen Rechts aufklären will, muss die betreffenden Seiten anschauen. Wer keine Links will, verzichtet darauf, sich mit dem Thema auseinander zu setzen."
Auf der Seite, auf der sich die Adressen befinden, prangt ein Banner, auf dem "Stop fascism!" steht. Die Links von rechten Organisationen sind deutlich gekennzeichnet. Viele der Adressen, die sich auf seiner Homepage befinden, hat Schröder auch in den Fußnoten seines neuen Buchs "Nazis sind Pop" veröffentlicht. Verklagt wird er aber ausschließlich wegen der Links.
Dass auch Neonazis seine Seite benutzten, um die Webseiten von Gleichgesinnten zu finden, kann Schröder zwar nicht ausschließen: "Aber wer mit Suchmaschinen nach einschlägigen deutschen Suchbegriffen sucht, kommt fast immer auf meine Website. Das freut Neonazis nicht besonders."
Wer ihn verklagt hat, weiß Schröder nicht; auch der genaue Anlass für die Klage wurde ihm bisher nicht mitgeteilt. Sein Anwalt hat nun Akteneinsicht beantragt. Bis dahin verweigert Schröder bei der Polizei die Aussage.
Schröders Homepage:
www.burks.de