Der 12. August 1981 soll ein sonniger Tag gewesen sein. An diesem Tag - einem Mittwoch, um genau zu sein - stellte IBM in New York seinen "IBM Personal Computer 5150" vor, und das Informationszeitalter begann im Ernst.

Der IBM-Computer, der für 1560 Dollar verkauft wurde, war zwar nicht der erste Personal Computer. Aber es war derjenige, der einen Standard dafür durchsetzte, wie Computer für den Hausgebrauch aufgebaut zu seien haben, an dem sich bis heute nicht viel verändert hat. Die Prozessoren mögen inzwischen schneller sein, die Monitore sind heute in Farbe, statt mit seltsamen Befehlen kann man inzwischen per Mausklick mit dem Computer interagieren - aber damals wie heute war der PC dazu da, um Texte und Briefe zu Sogar ein Grafikprogramm für den monochromen Monitor war schnell verfügbar, und auch die ersten Spiele gab es bald.

Schon damals veraltet

Dass derartige Anwendungen für vergleichsweise wenig Geld plötzlich in den Händen von vielen wiederzufinden waren, war das Revolutionäre am IBM PC 5150. PC steht für "Personal Computer", und noch Mitte der 70er-Jahren glaubte niemand außer ein paar langhaarigen Hackern daran, dass Rechner einmal die Kreativität und die Kommunikation einer breiten Mehrheit unterstützen würde. Vor dem IBM PC waren Computer für die meisten Menschen abstrakte, oft als bedrohlich empfundene Maschine. Die "Elektronengehirne" fanden sich in Uni-Laboratorien, der Lohnbuchhaltung großer Unternehmen und in Sciencefiction-Filmen, aber nicht auf dem Schreibtisch im eigenen Arbeitszimmer.

Gerne wird heute darauf verwiesen, dass Teile der PC-Architektur, die IBM 1981 einführte, schon damals veraltet waren. Doch trotzdem ist es IBM zu verdanken, dass der PC, der vorher vor allem ein Spielzeug für Technikfreaks war, zu einer Art Haushaltsgegenstand geworden ist. Dass hatte wenig mit der Marketing-Macht des Computerkonzerns zu tun, sondern mit Nachlässigkeit.

Jahrelang hatte IBM den sich entwickelnden Markt für PCs für jedermann ignoriert und lieber Rechner für Industrie und Forschung hergestellt. Die Produktion von Computern für den Hausgebrauch hatte der Konzern Bastlern und einer Hand voll neu gegründeter Firmen wie Apple, Atari, Commodore oder Sinclair überlassen.

Software von Microsoft

Als sich IBM verspätet doch an die Produktion eines eigenen PCs machte, geschah das mit nur halbherziger Unterstützung der Konzernspitze. In bloß 18 Monaten bastelte eine Gruppe von Ingenieuren, die in Florida versteckt wurden, aus handelsüblichen Teilen einen produktionsreifen Rechner zusammen. Die Software stammte von einem Start-up-Unternehmen namens Microsoft.

IBM hat nur selten rechtliche Schritte gegen die Kopien ihres PCs angestrengt, die bald auftauchten. Bloß als eine japanische Firma den IBM-Rechner eins zu eins nachgebaut hatte, wurde sie mit Erfolg verklagt. Ansonsten hat die in diesem Fall eher laxe Copyright-Politik von IBM dazu beigetragen, dass sich ihr Rechnertyp auf der ganzen Welt verbreitete und heute mehr als 90 Prozent der installierten Computer IBM-kompatibel sind.