Steve Baldwin war von 1995 bis 1997 Redakteur von "Netly News", einem Ezine bei Pathfinder , der Website des Time-Warner-Konzerns. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE kommentiert er das Ende der Site, die noch in diesem Jahr ganz aus dem Internet verschwinden soll.
Baldwin gibt das Ezine Ghostsites heraus, das Untergang und Verfall von Websites beobachtet. Außerdem arbeite er zur Zeit an einem Buch mit dem Titel NetSlaves , das auch ein Kapitel über seine Zeit bei Pathfinder enthalten wird.
SPIEGEL ONLINE: Time-Warner hat angekündigt, daß die Pathfinder-Website geschlossen wird. War diese Entscheidung vorauszusehen, oder sind Sie überrascht?
SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet es für den Journalismus im Internet, wenn ein riesiger Medienkonzern wie Time-Warner eine ganze Website von dieser Größe einfach einstellt?
Wenn Pathfinder als eine temporäre Organisation gegründet worden wäre, die sich nach einiger Zeit von selbst wieder aufgelöst hätte, hätte es funktioniert. Aber Pathfinder ist stattdessen zu einer riesigen Bürokratie ausgeartet, mit einem Chefredakteur, jeder Menge Redakteure und Designer, mit eigenen Kaufleuten, Technikern, Servern und so weiter. Dadurch wurde Pathfinder ein "schwarzes Loch" - es hat unglaublich viel Geld gekostet. Weil es so hohe Personalkosten hatte, konnte es sich nicht durch Werbung finanzieren.
SPIEGEL ONLINE: Time-Warner wollen offenbar die ganze Pathfinder-Site vom Netz nehmen. Sollte man solche Websites nicht irgendwo archivieren?
SPIEGEL ONLINE: Eine Site von dieser Größe auseinanderzunehmen, scheint gar nicht so einfach zu sein. Was, glauben Sie, wird passieren, wenn man die vielen HTML-Seiten unter neuen URLs zusammensetzt?
SPIEGEL ONLINE: Sie haben selbst früher für Pathfinder gearbeitet. Was empfinden Sie jetzt, wenn die Site geschlossen wird?