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Seit über zehn Jahren baut die Künstlergruppe Plastique Fantastique pneumatische Gebäude. Ab Mittwoch steht eine von ihren Raumblasen neben der Platoon Kunsthalle in Prenzlauer Berg. Als der italienische Architekt Marco Canevacci 2001 mit Freunden eine ehemalige Fabrikhalle an der Schillingbrücke anmietete, um dort einen Club mit den Namen Deli zu betreiben, stand er vor einem Problem: Wie sollte man die riesige, schmucklose Und gleichzeitig verhindern, dass man die ganze Halle beheizen musste? Und all das, ohne viel Geld dafür auszugeben? Canevacci erinnerte sich an die pneumatischen Strukturen, mit denen in den 60er-Jahren Künstler wie Jeffrey Shaw und Architekten wie das britische Kollektiv Archigram experimentiert hatten: Plastikblasen, die mit Druckluft aufgepustet werden, und Beim Deli gestaltete er den Club mit Tüchern, Videoleinwänden und Plastikblasen jedes Wochenende neu. Die Bar war die einzige feste Inneneinrichtung. Das Deli ist schon lange Geschichte. Aber Canevacci arbeitete weiter mit der Leichtbau-Technik. Zusammen mit anderen Künstlern und Designern hat er unter dem Namen Plastique Fantastique inzwischen mehr als hundert Plastikblasen bei Ausstellungen, Messen und anderen Veranstaltungen installiert - in diesem Sommer unter anderem in der Oft werden die Blasen als Treffpunkt, Lounge, Kino oder Bar verwendet, die für ein paar Wochen stehen. Und obwohl die Technik inzwischen fast ein halbes Jahrhundert alt ist, umgibt sie immer noch ein Hauch von Science Fiction. "Diese pneumatischen Strukturen mit ihren durchsichtigen Wänden sind private Orte im öffentlichen Raum. Man ist gleichzeitig drinnen und draußen", sagt Canevacci. Die PVC-Bahnen, die aufgepumpt zu Räumen werden, sind nur 0,3 Millimeter dick. Zusammengelegt ist das "Gebäude" 80 Kilogramm schwer. Es kann in einer Stunde aufgebaut und in 30 Minuten wieder abgebaut werden. Ab Mittwoch ist eine der Raumblasen von Plastique Fantastique in der Kunsthalle Platoon an der Schönhauser Allee bei der Konferenz "Remake" zu sehen, wo sie als Vortragssaal dient. Bei der Veranstaltung werden mehr als 30 Referenten aus ganz Europa darüber diskutieren, wie Design zu einer ökologisch nachhaltigeren Welt beitragen kann. In Workshops kann man lernen, wie man aus Pappe Möbel baut oder mit Materialien vom Sperrmüll ein Ökohaus konstruiert - ein Trend, der sich Biotektur nennt. Am Ende des Festivals am Sonntag soll neben der Blase ein fertiges Biotektur-Modellhaus an der Kunsthalle stehen. ----------------------- Mehr Informationen unter: www.remakefestival.com ------------------------------ Foto: Die Plastikblasen sind schnell auf- und auch wieder abgebaut. Ein solcher Raum aus Kunststoff wiegt 80 Kilogramm. Mit Druckluft wird er aufgeblasen.