Jodi haben wieder zugeschlagen. Das holländisch-belgische Künstlerduo hat sich bisher damit begnügt, mit ihrer Chaos-Site im WorldWideWeb für Angst und Schrecken zu sorgen. Ihre neueste Arbeit spielt sich nicht mehr nur im Rahmen des Internet-Browsers ab - sie ist ein Internet-Browser.
Drei Programme mit den seltsamen Namen .nl, .com und .co.kr haben die documenta-Teilnehmer nun im Netz zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Und was die auf dem Monitor anrichten, ist nicht immer ein schöner Anblick.
Die Kunstbrowser von Jodi entfernen die visuelle Oberfläche, die man normalerweise betrachtet, wenn man im Internet "surft". Alle drei Programme stellen automatisch eine Verbindung zu willkürlichen Internet-Adressen her. Nicht, dass man das merken würde, denn die Programme zeigen die Daten, die sie von diesen Sites herunterladen, als einen verwirrenden, digitalen Brei aus Code, Wortfetzen und HTML-Befehlen, die in schreienden Farben flackern.
Jodi sind nicht die ersten Netzkünstler, die einen eigenen Browser entwickeln, aber sie sind die radikalsten. Die Kompositionen, die ihre Programme aus ehemaligen Websiten herstellen, könnte man ausdrucken und als abstraktes Gemälde an die Wand hängen. Vom "Look and Feel" des Webs ist bei diesen digitalen Collagen auf dem Monitor nichts übrig geblieben.