„Let´s describe the whole world“: Google Glasses ist Teil einer gigantischen Verschriftlichung der Welt. Dieses globale Projekt steht unter dem Zeichen von Service und Kurzrezension
Von Tilman Baumgärtel
„...
Jetzt schweigt Alles!
Das Meer liegt bleich und glänzend da, es kann nicht reden.
Der Himmel spielt sein ewiges stummes Abendspiel
mit roten, gelben, grünen Farben, er kann nicht reden.
Die kleinen Klippen und Felsenbänder,
welche in's Meer hineinlaufen wie um den Ort zu finden,
wo es am einsamsten ist, sie können alle nicht reden.
Diese ungeheure Stummheit, die uns plötzlich überfällt,
ist schön und grausenhaft, das Herz schwillt dabei.“
Friedrich Nietzsche: Im großen Schweigen
Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, Buch 5, Abschnitt 423.
In Lewis Carrolls Roman “Sylvie and Bruno” gibt es einen Charakter, der im Englischen “Mein Herr” heißt, mit einem deutschen Akzent spricht, und von seinem Land viele erstaunliche Geschichten zu erzählen hat. Eine handelt von dem Versuch, eine perfekte Landkarte zu erschaffen, die den Maßstab 1:1 hat: eine Meile in der Welt ist eine Meile auf der Karte. Die Bauern in seinem Land warnten, dass, würde man die Karte aufrollen, sie die Sonne verdunkeln und die Ernte ruinieren würde. Die Karte, erzählt “Mein Herr”, wurde nie fertiggestellt.
Eine solche Karte beginnt nun, sich über die Welt zu legen. Sie wird keine Ernte ruinieren. Aber sie ist im Begriff, die Art, wie wir auf die Welt blicken, grundsätzlich verändern. Was uns umgibt, wird langsam, aber unaufhaltsam, mit einem Netz aus Informationen, Kommentaren, Bildern und Filmchen überzogen, die sich Schicht und Schicht über das legt, was wir mit unseren Augen sehen. Wenn man wirklich anfängt, sich diese Entwicklung seine Auswirkungen vorzustellen, bekommt man weiche Knie.
Über Google stand viel in der Zeitung in der letzten Zeit. Wenn man mit „Google News“ (womit sonst?) nach Nachrichten über das Unternehmen sucht, findet man fast täglich neue Meldungen: Der letzte grosse Aufreger war
Google Maps bietet jetzt auch eine Fahrradnavigation.
Das amerikanische Kartellamt prüft eine Klage gegen die Google-Werbetochter Doubleclick.
Google kauft Makani Power, einen Hersteller von Windenergie-Flugdrachen.
da sich der Hersteller von Google Glass zu Hardware-Details beharrlich ausschweigt,
Es wird – so Twitter in einer Bekanntmachung im Blog – die Möglichkeit geben, Fotos direkt via Befehl zu teilen. Diese werden dann automatisch mit dem Tweet “
Die Befürchtungen, die in solchen Artikeln formuliert werden, sind ernst zu nehmen. Trotz seines Unternehmensmottos „Don´t be evil“ ist Google in seinem erklärten Bemühen, alle Informationen der Welt zur organisieren, dabei, ein problematisches und historisch einmaliges Wissensmonopol aufzubauen. Wenn ich im folgenden die Google-Projekte Google Maps, Google Earth, Street View und Goggles betrachte, geht es daher nicht darum, den verdächtigen Wissensdurst der Firma zu verharmlosen. (Dass man bei der Google-Suche nach dem Stichwort „Goggles“ als erstes auf einer Selbstdarstellungseite des Unternehmens verwiesen wird, obwohl das Wort im Englischen jede Art von Schutz- und Sicherheitsbrille bezeichnet, ist nicht dazu angetan, Ängste vor der wachsenden Definitionsmacht Googles zu beschwichtigen.)
Google Glasses sit on the nose like regular spectacles, but rather than lenses they feature a tiny computer and head-up display on their right arm. The spectacles feature an internet connection, five-megapixel camera, and 16GB storage, and accept commands by either voice, a phone app, and a built-in touchpad.
In a world of constant digital intrusions, amid layers of augmented realities, good old unadorned reality will gain a new following, because it can't be manipulated, and it is rare — That sunset only lasts a few moments, that connection with your friend, that look, that touch. It's gone in an instant.
Auch auf der Straße ein Bildschirm, hinter dem man sich der Realität entziehen kann...
“Glasshole”
Asberger-Patienten
Doch mir geht es im folgenden um die Neuvermessung der Welt, die Google zur Zeit mit der Hilfe einer Armee von Amateurkartografen durchführt. Meine These dabei ist, dass diese Google-Produkte in Verbindung mit tragbaren Minicomputern, Smartphones, PDAs und anderen digitalen Online-Geräten im Begriff sind, sich auf eine Weise zwischen die Welt und unsere Sinneseindrücke zu schieben, gegen die Medienrevolutionen der letzten anderthalb Jahrzehnte vergleichsweise banal wirken dürften. Das ist keine Zukunftsprognose. Wie Marshall McLuhan es in einer berühmt gewordenen Formulierung gefasst hat, sage ich nur vorher, was schon stattgefunden hat. Alles, was ich in diesem Artikel beschreibe, existiert und hat schon irgendwo in der Zeitung gestanden. Bloß über die Konsequenzen des technischen Dispositivs, an der Google in seinen „Labs“ arbeitet, ist bisher von Datenschutzbedenken abgesehen relativ wenig gesagt worden.
Was sind nun aber diese Google-Dienste? Beginnen wir mit „Google Earth“, einem der beeindruckendsten Angebote von Google. Das Programm erlaubt es seinem User, sich gottgleich um den Erdball zu manövrieren. Mit der Hilfe von Satellitenbildern, die so detailgenau sind, dass man teilweise geparkte Autos, Telefonzellen und Blumenbeete erkennen kann, sieht man aus der Vogelperspektive auf den Globus. Man kann sich mit rasender Geschwindigkeit von Ort zu Ort bewegen, als säße man auf einem fliegenden Teppich, man kann sich auf den Globus nieder stürzen wie ein Fallschirmspringer mit Düsenantrieb, man kann verschiedene Sonnenstände simulieren, man kann sich die Sternbilder über dem ausgewählten Ort zu jeder beliebigen Jahreszeit anzeigen lassen. Google Earth ist eine Meisterleistung der Programmierkunst, und wenn einen bei der Arbeit mit dem Programm nicht fassungsloses Staunen überkommt, muss schon sehr abgebrüht sein.
Google Maps liefert zu diesen Satellitenkarten die Straßenkarten, und machen das vermessene Territorium so lesbar. Dieser Dienst wird in den USA und einigen anderen Ländern bereits mit Google Street View verknüpft, einem weiter bekannt problematischen Projekt, bei dem das Unternehmen ganze Landstriche Strasse für Strasse abfotografieren und diese Bilder suchbar im Internet anzubietet. (In Deutschland gibt es diesen Dienst noch nicht, unter anderem weil verschiedene Datenschutzbeauftragte gegen dieses Online-Panoptikum protestiert haben. Weite Teile der Bundesrepublik haben die Spezialfahrzeuge von Google allerdings schon abfotografiert.) Und nun ist da Goggles, ein neues Programm aus dem Hause Google, das zur Zeit nur auf Mobiltelefonen mit dem Google-Betriebssystem Android läuft. Die Software kann Objekte, die man mit dem Handy fotografiert hat, identifizieren und durchsucht das Internet nach ihnen.
Es ist die Kombination dieser Dienste (und die Pointe von Googles Unternehmenspolitik besteht gerade darin, dass die einzelnen Angebote erst in der Kombination mit anderen ihre wahre Potenz entfalten), die eine vollkommen neue Bestandsaufnahme der Welt einleiten. Die Länder Westeuropas und Nordamerika (und die technisch weniger entwickelte Teile der Welt werden unweigerlich folgen) werden mit einem Netz aus Weblinks, Wikipedia-Artikeln, Webcam-Bildern, YouTube-Videos und anderen Internetdaten überzogen, die alle herkömmliche Kartografierung limitiert erscheinen lässt. Weil das noch nicht genug Informationen sind, können die Nutzer von Google Maps ihre eigenen Karten anlegen, in denen sie besten Restaurants ihrer Nachbarschaft mit kleinen Pins markieren, oder ihre Lieblingsspaziergangsrouten, oder die Spielplätze in der Gegend, oder die Wohnungen von ihren Freunden. Hier ist eine kleine Armee von Hobbykartographen angetreten, die weißen Flecken auf der Online-Landkarte mit ihren persönlichen Notizen zu füllen.
Das Internet ist der Medium-gewordene Horror Vacui: nichts darf unbeschrieben bleiben, kein Erlebnis soll ungeschildert bleiben. Das Gefüge, an der Google arbeitet, zapft diese „Cloud“ (eine beliebte Metapher für die Datenmassen, die sich in der virtuellen Welt wie Kumuluswolken aus Nullen und Einsen über dem Realen auftürmen) an, und bietet ein Instrumentarium, sie in einen direkten Dialog mit der wirklichen Welt zu verzahnen – mit der Hilfe der Handflächen-großen Monitoren von Handys, PDAs und auf einer wachsenden Anzahl von anderen Geräten, die die Rechenkapazität von Computern im Format eines Paperbacks bieten, all die Webtablets und E-Book-Reader, an denen die Hardwareproduzenten der Welt zur Zeit arbeiten. In allen ist gemeinsam, dass sie in der Regel einen Touchscreen und eine relativ schnelle Internetverbindung, haben und die processing power, die vor ein paar Jahren nur schwere Desktopcomputer boten – und all das in einer Größe, die in die Akten- oder sogar in die Hosentasche passt. Im Flugzeug oder in der Bahn sieht man immer häufiger Menschen, die auf dem Handy und anderen Minicomputern Bücher lesen oder Filme gucken.
Das Handy hat in den letzten zehn Jahren bereits eine ganze Reihe von Geräten und Instrumenten obsolet gemacht oder wenigstens teilweise ersetzt: Terminplaner, Anrufbeantworter, Walkman, Adressbuch, Wörterbuch, Kalender, Diktiergerät, Armbanduhr und Stoppuhr, Taschenrechner, Gamekonsole, Fotoapparat, Videokamera und sogar die Taschenlampe. Durch die Kombination von Internetzugang, Navigationssystem und Geodaten, die nun begonnen hat, werden Stadtplan, Autokarte, Atlas und Reiseführer hinzukommen.
Google ist keineswegs der einzige Unternehmen, der in diesem Feld einen Markt entdeckt hat – man denke nur an all die Auto-Navigationssysteme (und natürlich hat Google auch ein solches im Programm). Aber einmal mehr ist die Firma am erfolgreichsten im Markt, weil sie es ihr gelungen ist, eine funktionierende und relativ intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche zu liefern, aber die Arbeit, das System mit Inhalt zu füllen, an seine Nutzern, an die „kollektiven Intelligenz“ des Internets zu übertragen. Das unterscheidet Google Maps von dem meisten Navigationssystemen etwa von TomTom oder Falk, wo die Karten wie auch die „Inhalte“ (also Informationen zu Sehenswürdigen, Restaurants, Tankstellen, Verkehrslage etc) für teures Geld von einer Redaktion des Unternehmens erstellt werden müssen. Das lassen sie sich in der Regel durch Abo-Gebühren bezahlen, doch Gratisangebot wie das von Google lassen die Bereitschaft, für solche Dienste in die Tasche zu greifen, zurückgehen. Nokia bietet sein Navigationssytem bereits umsonst an.
Wir wird die Welt aussehen, wenn solche Technologien in dem Maß Alltag werden, wie es sich bereits abzuzeichnen beginnt? In Verbindung, mit einem Programm wie Goggles oder auch einfach im Zusammenspiel mit GPS-Daten, durch die der Minicomputer in der Tasche immer relativ genau weiß, wo er sich gerade befindet, kann man dann zu allem, was man vor der Nase hat, Informationen abrufen. Bei vielen dieser Programme werden diese in „Layers“, also in einer Art virtuellen Folie, organisiert, die sich über das Bild legen, dass die Handycamera aufnimmt. Zum Beispiel so: Folie Nummer Eins, die über Sehenswürdigkeiten, informiert uns, dass das Gewässer vor uns der Landwehrkanal ist und die Brücke, auf der wir stehen, die „Ohlauer Brücke“ ist. Links zu Wikipedia liefern Informationen zur Geschichte des Landwehrkanals oder zum Stadtteil Kreuzberg.
Folie Nummer Zwei entnehmen wir, dass das Restaurant an der Ecke das „Kaffeehaus Maybach“ ist. In Deutschland arbeitet Google mit dem „Empfehlungsportal“ Qype, und so liefert das Handy gleich Kritiken zu dem Restaurant, inklusive einer Lobeshynme über deren Kalten Hund, ätzende Kommentare über die langsame Bedienung und die Information, dass es im Biergarten einen Sandkasten für Kinder gibt, man aber nicht sicher sein kann, wie oft dort der Sand gewechselt wird. Eine Website hat das Maybach nicht, sonst könnten wir gleich noch gucken, was heute auf der Tageskarte steht. Im Regenbogenkino einige Blocks von hier laufen heute folgende Filme, und im nahegelegenen SO36 ist heute abend Kiez Bingo.
Auf der nächsten Folie findet man Informationen über die Wohnungen, die in der Gegend zu vermieten und zu verkaufen sind, und auf der nächsten Folie gibt es Informationen über die Boutiquen und andere Geschäfte in der Nachbarschaft. Und dann sind da noch die YouTube-Filmchen und die Webcam-Bilder, die per „Geotag“ mit einem Ort verknüpft sind.
Wer´s nicht glaubt, kann selbst bei Google-Maps angucken, wo all diese Informationen in drei Minuten zusammengesurft wurden. Die Informationsmengen, die da selbst bei einem relativ überschaubaren örtlichen Bereich zusammen kommen, mögen den Nutzer an das Tagebuch von Lawrence Sternes Tristan Shandy erinnern, wo das Abfassen der Beschreibung eines einzigen Tages ein ganzes Jahr in Anspruch nimmt.
Bisher waren diese Informationen an einem stationären Computer abzurufen, aber zunehmend werden wir auf sie Zugriff haben, während wir uns durch den Raum bewegen, während wir sehen, was auf dem Bildschirm unseres Mobilcomputertelefons beschrieben wird. Und das führt mich zum zentralen Argument dieses Essays: Mit den beschriebenen Diensten wird einer Versprachlichung jeder Art von Erfahrung zugearbeitet. Das, was das bloße Auge sieht, wird durch die kleinen Taschen-PCs mit einer Matrix aus Geschriebenem überzogen, das eine unvoreingenommene Wahrnehmung bald zu einer möglichen Option macht, nicht dem Normalfall, der dies im Augenblick noch ist. Und dieser Prozess findet im Zeichen der Dienstleistung, der Empfehlung, der Kurzrezension und des Terminplaners, statt.
„The map is not the territory“, lautet eine berühmt gewordene und oft zitierte Maxime des polnisch-amerikanische Philosophen und Naturwissenschaftlers Alfred Graf Korzybski, dem Vater der allgemeinen Semantik: „Eine Landkarte ist nicht das Gebiet, das sie repräsentiert, aber wenn sie korrekt ist, ist sie in ihrer Struktur der Struktur des Gebietes gleich (oder so ähnlich), worin ihre Brauchbarkeit begründet ist", glaubte er. Mit Angeboten wie Google Maps und Google My Location wird diese evident erscheinende Betrachtungsweise revidiert. Hier durchdringt die Karte das Territorium, das sie beschreibt. Es ist vom Standpunkt des Betrachters und dessen Positionsbestimmung per GPS-Daten oder andere Lokalisierungssysteme abhängig und erzeugt sich je nach seinem Standort immer wieder selbst. Anders als die traditionellen Landkarten ist es in einem Prozess ständiger Neugenerierung begriffen. Was auf dem Display des Handys angezeigt wird, erscheint daher fast wie autopoetische Emanation der Dinge selbst.
Über die Phänomene legt sich ein Raster von Begriffen: das Gebäude da drüben ist die Versuchsanstalt für Wasser und Schiffbau der TU Berlin, dieser Berg heißt Großes Teufelshorn, jene Gruppe von Sternen am Firmament nennt man in Europa Orion, aber bei den Indern hieß diese Konstellation „Mriga“, der Hirsch. Jedes Objekt gefriert zur Abbildung, zu dem das Handy die passende Bildunterschrift liefert.
Solche Technologien sind seit fast zwanzig Jahren unter dem Begriff „Augmented Reality“ das Spielfeld aller möglichen „Computervisionären“, und Demonstrationen derartiger Systeme waren lange ein Grundnahrungsmittel bei Konferenzen und Messen zur Zukunft des Computers. Das geniale an Systemen wie Goggles besteht darin, dass sie nicht mehr mit der Hilfe von unbequemen Helmen, Spezialbrillen und Datenhandschuhen funktionieren, sondern mit Technologie, die bereits auf dem Markt ist, und deren Preise fallen und fallen werden, bis sie für breiteste Schichten in der Ersten Welt erschwinglich und Alltag werden. So wie sogar die fanatischsten Handy-Gegner von einst heute ein Mobiltelefon in der Schublade haben, so wird auch diese Art von Technologie die Lebenswelt von jedem, der heute am modernen Leben teil hat, penetrieren, auch von denjenigen, die sich von solchen Szenarios im Augenblick noch mit Grausen abwenden – aus schlichter Bequemlichkeit. Schon jetzt haben die meisten Reisenden in der Tasche einen Wust von Website-Ausdrucken: Bahnfahrpläne, Online-Stadtpläne, Adressen von Restaurants, Museen oder Unternhemen, die zu besuchen sind. Dass es praktischer ist, solche Informationen in Echtzeit auf einen Minicomputer in der Manteltasche herunterzuladen, dürfte ihnen leicht zu vermitteln sein.
Noch ist die Mundus Novus der Google-Landkarte voller weißer Flecken und unverschriftlichtem Territorium. Aber selbst in abgelegenen Regionen wie dem Himalaya-Gebirge stecken bereits die ersten Pins und liegen bereits die ersten Wikipedia-Links. Bis man sehen kann, ob die Ampel an der nächsten Kreuzung in Kingston, Jamaica, auf Rot oder Grün steht, wie es bei Googles Navigationssystem bereits für einige Ballungsräume in den USA möglich ist, wird es wohl noch einige Zeit dauern, vielleicht für immer. Aber schon jetzt zeigt eine Karte bei dem Internetprojekt Wikimapia (das den unschlagbaren Slogan „Let´s describe the whole world“ hat), an welcher Straßenecke man in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, Opium kaufen kann und wo die deutsche Bäckerei in Pokhara, Nepal, ist. Das Projekt der Be-Schreibung der Welt ist im vollen Gange. Gut möglich, dass wir die Einführung mobiler Geräte mit Orientierungs- und Informationssystemen einmal als einen ähnlicher Wendepunkt in der Geschichte des Menschen betrachten werden, wie einst die Einführung mobiler Uhren, erst Taschen-, dann Armbanduhren.
Durch die Verbreitung der Uhr im Alltag hat sich einst die Lebensführung radikal verändert. Die Internalisierung von Zeitdisziplin ist eine Basiskompetenz des modernen Menschen, die mit der Miniaturisierung der Uhr durch Peter Henlein Anfang des 16. Jahrhunderts ihren Anfang nimmt und eine entscheidende Grundlage für die Alltagserfahrung in der Moderne darstellt. Sie erlaubt die Synchronisation von sozialen Beziehungen über enge Lokalitäten hinaus erlaubt. (Genau zum Zweck der Synchronisation sozialer Beziehungen bietet Google natürlich auch ein Software-Tool an: Google Latitude, ein auf Google Maps basierender Service, mit dem man zu jeder Zeit sehen kann, wo andere registrierte User sich aufhalten – wohl nur für Google-Programmierer keine alptraumhafte Vorstellung...)
In gewisser Weise sind Smartphones mit Ortungs- und Informationssystem die Armbanduhren des 21. Jahrhunderts. So wie die mobile Uhr dem Menschen die Kontrolle über die Uhrzeit gab und ihn gleichzeitig der Herrschaft der getakteten Zeit auslieferte, so geben die mobilen Navigationssystem dem Menschen eine zuvor beispiellose Kontrolle über den Raum – und machen uns gleichzeitig zu dessen Untertan.
Die großen Kartografen der Vergangenheit von Ptolemäus über Mercator und Merian bis Diercke erschlossen ihrem Publikum eine Welt, die gerade erst entdeckt wurde. Die Armee von Google-Hobby-Kartografen arbeitet daran, sie so bequem wie möglich konsumieren zu können. Wer einmal in einem Internet-Reiseforum wie TripAdvisor mitgelesen hat, weiß, wie genau zum Beispiel Reisende heute wissen wollen, was ihnen bevorsteht: Hat der Bus von Kuala Lumpur nach Malakka eine Klimaanlage? Kann man die Karten schon am Tag vor der Abfahrt kaufen? Und kann man dabei mit Kreditkarte bezahlen? Solche Fragen werden heute auf Reisewebsites bis ins kleinste Detail erörtert.
Dass die gut informierten Reisende dann mit mehr Gelassenheit auf Abweichungen von solchen Auskünften reagieren, ist unwahrscheinlich. Gerade weil sie sich so gut vorbereitet haben und weil sie alles so genau vorher wissen, werden sie von ihrer Umwelt genau die Verlässlichkeit, Vorhersehbarkeit und Präzision erwarten, die ihnen ihre Informationen suggerieren. Man muss nur einmal erlebt haben, wie sich die Stimmung im Großraum-Abteil eines ICEs verdüstert, wenn bekannt gegeben wird, dass der Zug zehn Minuten Verspätung hat und „folgende Anschlusszüge“ nicht erreicht werden können. Dann weiß man, wie eine Gesellschaft aussieht, die nur noch wenig Geduld für Abweichungen, Ausnahmen und Verlangsamung hat, die nicht im Handy stehen. Die Verwirrung, die es auslösen kann, wenn man auf einer Reise nicht weiß, was als nächstes kommt, wird ersetzt durch den Stress, den man empfinden kann, wenn die Wirklichkeit nicht nach Internet-Fahrplan funktionieren will.
Reisen wird dann von einem Erleben und Erforschen des durchreisten Raums zu einem Beharren auf das Einhalten selbst festgelegter Regeln, statt einem Abenteuer ein Insistieren auf einen Zeitplan, und jede Unterbrechung desselben wird als Obstruktion des Realen empfunden. Die moderne Alltagssprache hat für die spezifisch moderne Form des Amoklaufs in Transitsituationen schon Worte gefunden: Road Rage oder Air Rage. Für das Ausrasten, das dadurch ausgelöst wird, dass sich die Wirklichkeit nicht an die Internet-Landkarte und ihr Füllhorn von Informationen halten will, wäre vielleicht „Map Rage“ ein treffender Begriff. Denn so wie die nervösen ICE-Reisende, die schon von zehn Minuten Zugverspätung in Panik versetzt werden, werden wir bald auch in anderen Lebensbereichen absolute Deckungsgleichheit, zwischen dem, was ist, und dem, was wir erwarten, verlangen.
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Doch die Semiotisierung der Welt, die die mobilen Navigationssysteme einführen, hat noch viel weitergehende Konsequenzen als die gerade beschriebene individualisierte Kartografie des eigenen Lebensraums. Einst war es gerade die Unbezeichnetheit von Orten und Dingen, die als eine besondere Qualität betrachtet wurde, ihre Existenz jenseits der Sprache. Friedrich Schiller etwa schreibt über das „Erhabene“, dass wir beim Versuch, das Erhabene zu verstehen, daran scheitern, „uns ein Bild oder einen Begriff von ihm zu bilden“, was gerade das Gefühl des Erhabenen auslöst.
Ein Misstrauen gegenüber der Sprache und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten kann geradezu als ein definierendes Moment der Modernen gesehen werden, das etwas in der Sprachkritik Friedrich Nietzsches formuliert wird. Für viele Literaturwissenschaftler ist der berühmte Chandos-Brief von Hugo von Hofmannsthal die literarische Eingangsschwelle in das 20. Jahrhundert: ein fiktiver Brief des jungen Lord Chandos an seinen Mentor, den Naturforscher Francis Bacon, der mit seinem „Novum Organon“ Beschreibungsregeln für eine Welt im Zeitalter ihrer prinzipiellen Erweiterbarkeit aufzustellen suchte. Bacon gegenüber schildert der junge Dichter, wie er den festen Glauben, das Weltganze sei in eine einzige literarische Form zu bringen, verloren hat und ihm „die Fähigkeit abhanden gekommen [ist], über irgend etwas zusammenhängend zu denken oder zu sprechen“. Der berühmte Vergleich der Worte, die im Munde zerfallen „wie modrige Pilze“ verdichtet in einem Bild, wie der Bezug zwischen Wort und Ding zerrissen ist, „alles in Teile [zerfällt], die Teile wieder in Teile, und [sich] nichts mehr […] mit einem Begriff umspannen“ lässt.
Viele Literaturwissenschaftler betrachten den Chandos-Brief als den Nullpunkt, aus dem heraus sich all die Traditionsbrüche, Experimente und Tabuverletzungen entwickeln, die die Literatur und Kunst im 20. Jahrhunderts prägen. Doch ein generelles Misstrauen gegenüber konventionellen („naturalistischen“, „realistischen“, „repräsentativen“) Formen der Repräsentation von Wirklichkeit in Sprache oder Bild ist ganz sicher ein konstitutives Element aller Formen modernistischer Kultur. Postmoderne Philosophen wie Derrida radikalisieren letztlich nur den Fin-de-siècle-Überdruß an der Sprache eines von Hofmannsthals, indem sie Sprache zu einem referenzlosen Spiel von Signifikanten erklären. „Es gibt kein Signifikat, das dem Spiel aufeinander verweisender Signifikanten entkäme, welches die Sprache konstituiert, und sei es nur, um ihm letzten Endes wieder anheimzufallen“, schreibt Derrida in der „Grammatologie“. „Die Heraufkunft der Schrift ist die Heraufkunft des Spiels; heute kommt das Spiel zu sich selbst, indem es die Grenze auslöscht, von der aus man die Zirkulation des Zeichens meinte regeln zu können, indem es alle noch Sicherheit gewährenden Signifikate mit sich reißt, alle vom Spiel noch nicht erfassten Schlupfwinkel aufstöbert und alle Festen schleift, die bis dahin den Bereich der Sprache kontrolliert hatten.“ Etwa zur selben Zeit entwickelte Jean Baudrillard seine Idee von der „Dissimulation“, also der Vorstellung, dass die Wirklichkeit hinter ihren (medialen) Abbildern verschwunden ist und dass es in Politik und Wirtschaft, aber auch in Kunst und Wissenschaft nur noch darum ginge, die Abwesenheit einer „wahren Welt“ zu kaschieren, um die auf sie angewiesenen Ordnungen und deren Aussagesysteme zu erhalten. Auch in der Kunst der Postmoderne wurde mit Gusto ein referenzloses Spiel von Zeichen zelebriert. Künstler wie John Baldessari, Jenny Holzer, Mike Kelley, Paul McCarthy oder die Vertreter der Appropriation Art bedienen sich aus einem von seinen Referenten abgelösten Fundus von „starken Zeichen“ aus Kunstgeschichte, Popkultur und Medien.
Diese Philosophen und Künstler schenkten in ihrem Ennui dem Aufkommen einer neuen Form von Zeichen wenig Beachtung, die sehr konkrete Auswirkung auf ihre Umwelt haben sollte: dem Computercode, einer Textform, die maschinell ausführbar ist und dabei – von der Steuerung von Atomkraftwerken bis zum Bordcomputer eines Hybridautos – sehr direkte Konsequenzen für das Leben jedes Einzelnen entfaltet. Der PC begann ab Anfang der 80er Jahre langsam, aber wie wir heute wissen, unausweichlich den Alltag zu durchdringen. Die frühen Homecomputer wie etwa der Commodore 64 oder PCs mit MS-DOS zwangen ihre User noch dazu, wirklich selbst mit Code zu arbeiten und Computerbefehle einzugeben. Doch der Siegeszug des Computers wurde gerade dadurch befördert, dass der Code bei Computern von Atari und Apple und schließlich mit dem Programm Windows für PCs hinter grafischen Benutzeroberflächen verschwand. Doch diese Interfaces sind letztlich nur eine Art spanische Wand, die zur Seite geklappt werden kann und hinter der der Code weiter sein Eigenleben als maschinell exekutierter Text führt. Aller Begeisterung über Multimedia, Internetvideos und Foto-Sharing-Sites zum Trotz ist die Basis all dieser Technologien immer noch Text, Buchstaben, Zahlen, Schriftzeichen. Der Medienwissenschaftler Florian Cramer schreibt darum: „Der Prozess der Digitalisierung von Zeichen ist unzweifelhaft der größte Verschriftlichungsprozeß in der Geschichte der Menschheit“, und sein Kollege Hartmut Winkler dehnt diese Beobachtung vom einzelnen Rechner auf die Online-Medien aus, wenn er das Internet als „Schriftuniversum“ beschreibt.
Die Smartphones der Gegenwart verbinden ihre User nun permanent („always on“) mit diesen Schrift-Datenmassen, die im Internet und zunehmend in unabhängigen Funknetzen zur Verfügung stehen. Diese Daten mögen oft Bildcharakter annehmen, in Icons übersetzt werden, um sie leichter rezipierbar zu machen, aber oft genug sind es auch immer noch reine Schriftdaten zu Wetter, Verkehrslage oder Immobilienpreisen. Und diese Daten können zu sehr konkreten Entscheidungen und Verhaltensweisen führen.
Die Augmented Reality der Smartphones revidiert daher genau die modernistische Ur-Krise, die Zweifel am Repräsentationscharakter von Sprache und Zeichen im Allgemeinen, die sich etwa in Hofmannsthals Chandos-Brief oder in den postmodernen Sprachspiele von Philosophen wie Derrida oder Baudrillard manifestieren. Sie binden den Text, die Schrift per geo-tag, per GPS wieder zurück an die Objekte, die sie beschreiben. Sie liefern keine „Simulation“, keine Zeichen, die unabhängig von einer vormedialen Wirklichkeit frei flottieren, sie stehen in direkter Referenz zu den Dingen, die uns umgeben.
Mit solchen technischen Möglichkeiten stehen wir plötzlich vor einer Welt ohne Geheimnisse und ohne Überraschungen. Das Leben in einer Großstadt wie Berlin war beispielsweise immer auch darum spannend, weil man an Orte geraten konnte, über die der Stadtplan nicht mehr als den Straßennamen verriet. Wer liegt auf diesem verträumten, schattigen Friedhof aus dem 19. Jahrhundert? Man musste sich die Grabsteine ansehen. Was ist das für eine mit Graffiti verschmierte, geheimnisvolle Tür in diesem scheinbar leer stehenden Bürogebäude aus den 70er Jahren? Dass das ein angesagter Club auf Zwischennutzung ist, wusste man nur, wenn zu Berlins Nachtschwärmern gehörte. Und dass die unwirtliche Strecke unter den S-Bahn-Brücken an der Yorckstrasse in den 20er Jahren den bis heute atemberaubend treffenden Namen „der polnische Korridor“ trug – um das zu wissen, musste man Franz Hessel gelesen haben.
Die Google-Geodienste führen einem solche Informationen potentiell vor das mit einem Smartphone armierte Auge. Über die sichtbare Welt legt sich eine Schicht aus Referenzen und Info-Partikelchen, aus Wikipedia-Artikeln, Blogeinträge, Webcam-Bildern und YouTube-Videos. Die Landkarte aus Lewis Carrolls Fantasy-Roman, die so groß ist, wie das Territorium, das sie darstellt, gibt es also bereits, wie können sie bloß nicht immer sehen. Um zu sehen, wie diese Texte das Sonnenlicht verdunkelt, braucht man ein Smartphone.
Goggles ist ein experimentelles Programm von Google, das es – laut seinem Werbeslogan – erlaubt, „das Web mit Bildern zu durchsuchen“. Das Program, das bisher nur für das Google-Betriebssystem Android für Handys angeboten wird, funktioniert so: Mit der eingebauten Kamera des Mobiltelefons macht man ein Foto von einem Gegenstand, Gebäude, Tier, Buch oder auch einem Menschen. Das Programm analysiert das Bild, beginnt im Internet nach ihm zu suchen und liefert Informationen zu dem Objekt auf dem Bild. Ein Bild von der Fassade eines Restaurants kann dann zum Beispiel Links zu dessen Website, Restaurantkritiken etc liefern, ein Foto von einem Buch Hinweise zu Bestellmöglichkeiten und Rezensionen. Noch ist das Programm im „Beta-Status“, was heißt, dass es noch nicht den Vorstellungen seiner Entwickler entspricht. Und bei Google gibt man selbst zu, dass die Erkennung von organischen Objekten, etwa von Tieren und Pflanzen, noch zu wünschen lässt. Aber von einer weiteren Perfektionierung kann getrost ausgegangen werden.
Besondere Ängste weckt natürlich die Möglichkeit, Fremde mit Hilfe von Schnappschüssen zu identifizieren. Auch wenn Goggles in dieser Hinsicht bisher noch nicht sehr erfolgreich ist, ist schon der schiere Gedanke, dass man im öffentlichen Raum jederzeit erkannt und die eigene Erscheinung mit Daten aus dem Internet verknüpft werden kann, eine wirklich Big-Brother-hafte Horrorvorstellung. Wenn das bisherige Vorgehen von Google Anhaltspunkte für sein weiteres Verhalten liefert, dürfte das Unternehmen auch hier erst einmal Tatsachen schaffen, bis die Androhung von Gerichtsverfahren und regierungsamtlichen Untersuchungen es zwingen, in einigen Details Zugeständnisse zu machen. So ähnlich ist es zum Beispiel bei einem anderem Google-Projekt gelaufen: Google-Books, bei dem so lange Bücher ohne Genehmigung der Autoren eingescannt wurden, bis Klagen angestrengt wurden, und Google den betroffenen Autoren einen höchst zweifelhaften Vertrag anbot - und die in der Praxis schwer zu realisierende Möglichkeit, ihre Bücher aus der Datenbank verschwinden zu lassen.
Wie bei alle Angebote Googles entfaltet sich die ganze Potenz von Goggles erst in der Vernetzung mit anderen Diensten des Unternehmens,
17. Januar 2010
China startet Satelliten für Navigationssystem
China hat am Sonntag erfolgreich einen Satelliten für den weiteren Aufbau eines eigenen Navigationssystems in eine Umlaufbahn gebracht. Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch» startete kurz nach Mitternacht Ortszeit vom Raumfahrtbahnhof in Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan.
Das berichteten amtliche chinesische Medien. Es ist der dritte Satellit für das «Kompass» (Beidou) genannte chinesischen Navigationssystem.
China will in Zukunft unabhängig sein vom Global Positioning System (GPS) der USA oder Russlands «Glonass». Das chinesische Navigationssystem steht auch in direkter Konkurrenz zum europäischen «Galileo»-Projekt, da China und die Europäer die gleiche Radiofrequenz reserviert haben. Wer sie als erster benutzt, kann sie auch halten. Da die Chinesen den Europäern in der Entwicklung voraus sind, wird in Brüssel von einem «ernsten Problem» gesprochen.
Und mit einem Programm wie Goggles ist jedes Wirklichkeitsfitzelchen, das man mit der Handycam fotografieren kann, referenzierbar geworden: die interessant aussehende Weinflasche im Regal des Supermarkts ist von einem Weinmagazin mit einer ausführlichen Besprechung und drei von fünf möglichen Punkten gewürdigt worden. Das Buch im Antiquariat in der Weserstrasse kostet bei Amazon sieben Euro und ist 2003 in der taz besprochen worden. Und die schöne Fremde auf der anderen Strassenseite ist die Stundentin Jana, hier ist ein Link zu ihrer MySpace-Seite. Halt, Moment, das ist im Augenblick zwar auch nicht mehr Science Fiction, aber eine noch unbewiesene Behauptung über die technischen Möglichkeiten von Goggles, die man ohne Android-Handy bisher nicht überprüfen kann. Und über die Gesichtserkennung lässt Google vielleicht sogar noch mit sich reden, wenn der öffentliche Aufschrei zu laut ausfällt.
In der Tat ist es bisher eine der größten Schwächen von Google, dass es Bilder nicht „lesen“ kann. Die Bildsuche der Suchmaschine erkennt keine Bildinhalte, sondern orientiert sich an dem Text, der auf der entsprechenden Webseite in unmittelbarer Nähe zum Bild steht. Das ist keine technische Kinderkrankheit, sondern das technische Dispositiv jeder Art von Computertechnologie, denn der Computer basiert auf Text, auf Computercode. Wie immer auch Goggles im Detail funktionieren mag, wird das Programm auf eine Übersetzung von Bildern in Text hinauslaufen.