t es immer noch - auch wenn Umfang und Anzeigenaufkommen stark zurückgegangen sind.
Für Traditionslinke und für Technologie-kritische Europäer war das Blatt mit seiner naiven Begeisterung für den
Internet Way of Life
lange ein rotes Tuch. Der britische Internet-Forscher Richard Barbrook konstruierten aus den Texten des Magazins gar eine
kalifornische Ideologie
: ein finsteres Amalgam aus unkritischer Technikeuphorie, libertären Hippiewerten und neoliberalem Laisser-faire-Kapitalismus. Der amerikanische Intellektuelle Mark Dery verglich das Blatt wegen seiner gewundenen, computergestalteten Optik gar mit dem Flüssigmetall-Androiden T 2000 aus
Terminator 2
, der jede beliebige Form annehmen kann.
Dabei übertraf
selbst bei seinen wüstesten, grafischen Exzessen mit Dayglo-Farben und weißer Schrift auf silbernem Grund nie die Layout-Orgien deutscher Techno-Magazine wie
Frontpage
. Und auch wenn das Blatt immer wieder obskure Gestalten wie den
Telekom-Apostel
Georg Gilder oder lang vergessene, fragwürdige New-Economy-Unternehmer aufs Schild hob: von so einem teuren, gründlichen und gut gemachten Journalismus wie in den langen Reportagen des Blattes kann die deutsche Presse nur träumen.
Mitte der 90er Jahre hat es in Deutschland Gerüchte gegeben, dass es eine deutsche
-Ausgabe geben sollte. Daraus entstand schließlich das Gruner+Jahr-Blatt
, das freilich schon lange vom Markt verschwunden ist.
selbst ist mit dem Ende des Internet-Hypes etwas sein Thema verloren gegangen. Heute lesen sich die Aufmacher über Kloning, High-Tech-Prothesen für Körperbehinderte und irgendwelche Durchbrüche in der Nanotechnologie wie eine Pop-Version von
Peter Moosleitners Interessantes Magazin
. Besser gemacht als der Technologie- und Wissenscha
eisterung für den
Internet Way of Life
ein rotEine Lifestyle-Zeitschrift für Technologie
Die amerikanische Internet-Zeitschrift Wired feiert ihren 10. Geburtstag alleine
Von Tilman Baumgärtel
Rezession. Der Irak. Harte Zeiten im Silicon Valley. Keine tolle Zeit, um optimistisch zu sein. So war 1993, das Jahr, in dem Wired geboren wurde.
So beginnt ein etwas sentimentaler Artikel in der aktuellen Ausgabe
, mit der die amerikanischen Internet-Zeitschrift ihren zehnten Geburtstag begeht. Dass sich die Geschichte wiederholt, war in dieser Zeit freilich nie das Thema des Blattes, im Gegenteil:
will seit einem Jahrzehnt immer an der vordersten Front der technologischen Entwicklung und ihrer sozialen und kulturellen Folgen stehen. Etwas anders als optimistisch war das Zentralorgan der digitalen Revolution dabei nie.
war bei ihrer Gründung 1993 die erste Lifestyle-Zeitschrift für Technologie. Sie beschäftigte sich durchaus visionär schon Anfang der 90er Jahre mit den bevorstehenden fundamentalen Veränderungen, die Computer und das Internet auslösen würden. Aber ein Fachblatt für PC-Bastler, Freaks und Hacker war
nie. Als Vorbild nannten die Herausgeber Louis Rossetto und Jane Metcalfe den
Rolling Stone
, der aus dem Zeitgeist des Swinging Sixties ein erfolgreiches Magazinkonzept entwickelt hatte.
wollte mit seiner ungebrochenen Begeisterung für die neuen Technologien den Zeitgeist der 90er Jahre einfangen. Immerhin hat das Blatt mit diesem Konzept bis heute überlebt: später gegründete amerikanische Zeitschriften, die wie
Red Herring
Industry Standard
ebenfalls vom Cyber-Hype der 90er Jahre profitieren wollte, haben ihr Erscheinen nach dem Crash der Dot.com-Branche eingestellt.
, das inzwischen beim amerikanischen Conde-Nast-Verlag erscheint, gibfts-Journalismus in Deutschland ist das freilich noch allemal.
s Magazins gar eine
kalifornische Ideologie
: ein finsteres Amalgam aus unkritischer Technikeuphorie, libertären Hippiewerten und neoliberalem Laisser-faire-Kapitalismus. Der amerikanische
wunden ist.
selbst ist mit dem Ende des Internet-Hypes etwas sein Thema verloren gegangen. H