Die europäische Gruppe für Cyberkriminalität (PC-CY) erwägt ein generelles Verbot der Hackerprogramme, mit denen in den vergangenen Wochen die Server von amerikanischen Internet-Unternehmen gestört wurden. Das berichtet der "Spiegel" auf seiner Website. Die Kommission erarbeitet gegenwärtig ein internationales Abkommen für den Europarat und die USA, Japan, Kanada und Südafrika. Diese Länder wollen zukünftig gemeinsam gegen die Online-Kriminalität vorgehen. Das Abkommen soll Ende des Jahres in Kraft treten. Zurzeit versuchen Hacker mit derartigen "Denial of Service Attacks" die Website der Fernsehsendung "Big Brother" zum Absturz zu bringen.
Weitere Regelungen, über die die Komission zurzeit berät: Mit einem Durchsuchungsbefehl sollen Strafverfolger auf gespeicherte E-Mails zugreifen können. Ein Gerichtsbeschluss soll es ermöglichen, Telekommunikationsleitungen anzuzapfen. Bei grenzüberschreitendem Verkehr sieht der Entwurf vor, das Land des Empfängers mit der Durchsuchung zu beauftragen. Dazu sollen nationale Kontaktstellen eingerichtet werden, die schnell auf derartige Anfragen reagieren können. (tel.)
ÜBERNAHME: Der Hamburger Internet Service Provider Nikoma ist zu 100 Prozent von dem italienischen Telekom-Senkrechtstarter Tiscali übernommen worden. Über den Kaufpreis schweigen sich die beiden Unternehmen aus, in der Branche ist von 270 Millionen Euro die Rede. Nikoma, das neben Internet-Zugang auch Telefondienstleistungen anbietet, hat derzeit 180 000 Kunden. Der erst 1998 gegründete Telekom-Neuling Tiscali hat sich in knapp zwei Jahren zu einem der führenden Anbieter Italiens entwickelt und befindet sich derzeit auf Einkaufstour: Vor Nikoma erwarben die Italiener bereits Unternehmen in Frankreich, der (rom)
NETZ AUF FRANZÖSISCH: In den Kampf gegen englische Einflüsse auf die französische Sprache hat sich das Finanzministerium in Paris eingeschaltet. Mit einer Wörter-Liste will das Ministerium einen Fach-Jargon etablieren, mit dem sich Internet und E-Commerce in französische Begriffe fassen lässt. Startup-Unternehmen sollen demnach nicht mehr "les start-up" heißen, sondern "jeunes pousses d'entreprises", was übersetzt "junge Firmensprösslinge" bedeutet. Das Ministerium schlägt vor, das Wort Marketingmanager durch den Begriff "directeur de la mercatique" zu ersetzen. E-Mail soll künftig "message electronique" heißen. (Reuters)
BRANDENBURG: Das Kabelnetz in Brandenburg muss internetfähig gemacht werden. Das verlangt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Heiko Müller, von der Deutschen Telekom. Das Unternehmen solle damit noch in diesem Jahr beginnen, sagte Müller und verwies auf Pläne für Berlin, wo die Telekom im September ein Pilotprojekt für rund 700 000 Teilnehmer gestartet hat. (dpa)
CLINTON FORDERT PRÜFUNG: Wenige Wochen nach den Angriffen von Computer-Hackern auf Web-Seiten für den elektronischen Handel hat US-Präsident Bill Clinton sein Kabinett mit der Verbesserung der Internet-Sicherheit beauftragt. Die Folgen der Hacker-Übergriffe hätten gezeigt, dass Sicherheitslücken in Computer-Netzwerken für jeden eine Bedrohung darstellten, auch für die US-Regierung, sagte Clinton. Internetfirmen im Silicon-Valley im US-Bundesstaat Kalifornien sollten die Regierung bei ihren Bemühungen unterstützen. Die Angriffe auf die Seiten des Web-Portals Yahoo, des Auktionshauses eBay und des Buchversandes Amazon.com hatten im Februar für Umsatzverluste gesorgt und Sicherheitsbedenken ausgelöst. (Reuters)