Vorschlag

Konfererenz "Trkeibilder" - Zum Selbstbild der modernen Trkei und dem Bild von der Trkei in Deutschland und Westeuropa

Die Senatsreferentin machte einen interessanten Schreibfehler, als sie fr den Berliner Kultursenator Peter Radunski das Gruáwort fr die Konferenz "Trkeibilder" im Haus der Kulturen der Welt schrieb: šber der ersten Fassung ihres Entwurfs stand statt "Trkeibilder" pl”tzlich "Getrkte Bilder". Eine freudsche Fehlleistung? Oder die unfreiwillige Kennzeichnung des Wissenstands ber ein Land, das uns gleichzeitig sehr nah und sehr fern ist?

Gerade in Berlin ist die trkische Kultur ein fester Bestandteil unseres Alltagsleben geworden - von trkischsprachigen Rapcrews bis zum sprichw”rtlichen trkischen Gemseh„ndler an der Ecke. Doch die meisten Deutschen wissen wenig ber das Land, aus dem seit Anfang der Siebziger Jahre die meisten Migranten als "Gastarbeiter" in die Bundesrepublik kamen und die inzwischen aus Deutschland nicht mehr wegzudenken ist. So besteht ein groáer Unterschied zwischen der Wahrnehmung der Trkei durch die Trken und durch die Deutschen: W„hrend die Deutschen beispielsweise von der "Kurdenproblematik" sprechen, betrachten die Trken dieses Dauerkonflitik in ihrem Land als einen "Kampf gegen den Terrorismus in Sdostanatolien".

Die Konferenz "Trkeibilder", die vierte Mittelmeer-Tagung im Haus der Kulturen der Welt, will den Berlinern das Selbstbild der heutigen Trkei n„her bringen, und hat dafr einige hochkar„tige Referenzen aus der Trkei nach Berlin geholt: Heute, am "Tag der "Philosophen", spricht unter anderem die Philosophieprofessorin Betl Cotuks”ken aus Istanbul ber die "Urspnge und Entfalt der trkischen Moderne". (Der auf der Einladung angekndigte trkische Journalist Ali Bulac hat in letzter Minute abgesagt.) Morgen, am "Tag der Schriftsteller", referieren der Dichter Ismet ™zel und der Romancier Mario Levi ber trkische Kulturtraditionen.

Die Konferenz, die von dem deutsch-trkischen Publizisten Zafer Senocak und dem taz-Mitgrnder Thomas Hartmann organisiert wurde, soll auch der Vorbereitung eines "Berliner Fensters" bei den Kulturfestivals in Berlins Partnerstadt Istanbul im kommenden Jahr dienen. 1998 soll es dann in Berlin dann groáe Trkeiwochen geben, an deren Vorbereitung auch Ren‚ Block mitarbeiten wird, der zuletzt die Istanbuler Kunst-Bienale organisiert hat.

Heute und morgen ab 17:00 Uhr Vortr„ge und Podiumsdiskussion im Haus der Kulturen der Welt.

Tilman Baumg„rtel

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