Peter Würtenberger wird Geschäftsführer von Bild.de. Das Internetangebot der "Bild"-Zeitung soll vom Axel Springer Verlag zusammen mit T-Online zu einem "Entertainment-Portal" ausgebaut werden. Dazu wollen T-Online und Springer die Bild.de/T-Online AG gründen. Deren Geschäftsführer soll ebenfalls Peter Würtenberger werden. Als Vorstand für den Bereich "Inhalt" ist Udo Röbel, der ehemalige Chef-Redakteur der "Bild"-Zeitung, im Gespräch.

Der 34-jährige Peter Würtenberger war bisher Geschäftsführer der Suchmaschine Yahoo. Seine neue Stelle tritt er am 1. August an. Nach einer kaufmännischen Lehre bei Siemens ging er zur Bertelsmann Music Group (BMG), wo er zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung von BMG Berlin für die kaufmännische Leitung und Lizenz-Kooperationen zuständig war. Er ist mit der Managerin Loretta Würtenberger, Mitgründerin des Internet-Unternehmens Webmiles, verheiratet. Für die Presse war Würtenberger am Freitag nicht zu sprechen.

Einen leichten Job tritt Würtenberger nicht an. An Bild.de wird bereits seit längerem von einem ständig wechselnden Team gearbeitet. Die Website der "Bild"-Zeitung soll demnächst kaum noch Inhalte aus dem gedruckten Blatt enthalten, sondern eine bunte Mischung aus Journalismus, E-Commerce und Entertainment. Bisher funktionieren bei der Website allerdings nicht einmal die Grundstrukturen.

In Zukunft will Springer im Netz multimediale Inhalte bieten und für das Angebot Geld verlangen - ein Geschäftsmodell, mit dem bisher kein Massenmedium im Netz erfolgreich ist. Der Einsatz von multimedialen Elementen wie Filmen und Ton auf Websites scheitert zur Zeit meist an der Langsamkeit des Internets.

Auch die Partnerschaft von T-Online und Springer steht in der Kritik: viele Medienexperten befürchten, dass die redaktionelle Unabhängigkeit von Bild.de unter der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen T-Online leiden könnte.