Bei Microsoft ist mal wieder Shopping angesagt: Diesmal hat der amerikanische Software-Riese Firefly Network Inc. gekauft, ein Ableger des MIT Media Lab, der sich auf Intelligente Agenten spezialisiert hat. Die Belgierin Patty Maes, Professorin am Media Lab, hatte Firefly 1995 gegründet, um ihr Agentensystem RINGO professionell zu vermarkten. Jetzt soll das Unternehmen samt seiner 70 Angestellten zu der Microsoft Zentrale in Redmond, Washington verlegt werden.
Überraschenderweise interessiert Microsoft an Firefly weniger die Agenten-Technologie des Unternehmens, die über ihre User Informationen sammelt und ihnen dann Schallplatten und Kinofilme empfielt. Vielmehr will Microsoft vor allem das Datenschutzsystem von Firefly haben, mit dessen Hilfe persönliche Informationen über die User des Systems gesichert werden. Fireflys "privacy system" entspricht dem P3P (Platform for Privacy Preferences Project) Standard, der zur Zeit vom World Wide Web Consortium entwickelt wird.
Falls Microsoft die Firefly-Software in seinen Internetbrowser "Internet-Explorer" integriert, hätte das Unternehmen eine zentrale Position bei dem Sammeln von Daten von Netznutzern.