Zwei bis drei Anrufe pro Tag gehen zurzeit bei der Hotline des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch ein. Im November des vergangenen Jahres war sie geschaltet worden, um Unternehmen und Privatleuten beim Umgang mit dem Jahr-2000-Problem zu helfen. Bis zu 200 Anrufer meldeten sich in den letzten Wochen des Jahres 1999 bei den 12 Mitarbeitern, die in zwei Schichten bei der Hotline arbeiteten. Jetzt warten nur noch zwei Mitarbeiter des Bundesamtes auf Anrufe. Doch obwohl für den heutigen 29. Februar noch einmal vor Computerproblemen gewarnt wurde, melden sich kaum noch Rat Suchende.
Der "zweite Teil" des Jahr-2000-Problems war im vergangenen Jahr für das heutige Datum angekündigt worden. Das Schaltjahr sei für manchen Rechner schwerer zu bewältigen als der Jahreswechsel zum Jahr 2000 selbst, war gewarnt worden. Besonders ältere Rechner sollen an dem "kritischen Datum" in die Knie gehen, weil bei ihrer Programmierung übersehen worden war, dass 2000 ein Schaltjahr sei.
Schaltjahr-Fehler
Beim so genannten "Schaltjahr-Fehler" geht man davon aus, dass die Zählung der Kalendertage durcheinander gerät. Viele Chips und Programme hätten den Jahreswechsel nur überstanden, weil die Jahreszahl für ihre Funktion nicht relevant sei. Sie liefen derzeit im Jahr 1900, würden nun aber über den 29. Februar stolpern, den es vor hundert Jahren nicht gegeben hat. Der Grund: es gibt zwar alle vier Jahre ein Schaltjahr, ausgenommen davon sind aber im Gregorianischen Kalender die Jahre, die sich durch 100 teilen lassen. Nur für das Jahr 2000 gilt eine Ausnahmeregel.
"Gar nichts" unternommen habe man darum, sagt Michael Dickopf, der Sprecher des BSI, knapp. Einen Krisenstab wie zum Jahreswechsel gebe es nicht mehr, da mögliche Probleme mit dem 29. Februar bereits im Zusammenhang mit dem Jahr-2000-Problem überprüft worden sein.
Größere Computerausfälle erwartet man beim BSI darum nicht mehr. Die wenigen Menschen, die bei der Hotline des Bundesamtes anrufen, hätten vorwiegend allgemeine Fragen. "Da kommen Existenzängste hoch", sagt ein Mitarbeiter, "aber damit können wir den Leuten leider auch nicht helfen."