http://www.zeit.de/2013/13/Ruhrgebiet-Umweltschutz

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Wingdings

http://news.cnet.com/8301-1023_3-57572154-93/why-teens-are-tiring-of-facebook/

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2423713/Facebook-users-committing-virtual-identity-suicide-quitting-site-droves-privacy-addiction-fears.html

Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen!

Datenschutz ist für die Informationsgesellschaft, was Umweltschutz für die Industriegesellschaft war: ein hohes Gut, das erkämpft muss

Von Tilman Baumgärtel

Auf die verrückte Idee, Wäsche an die frische Luft zu hängen, wäre im Ruhrgebiet damals niemand gekommen. Frische Luft gab es nicht

, schrieb Die Zeit im April diesen Jahres über das frühere industrielle Herz Westdeutschlands in seinen verdrecktesten Zeiten in den 60er Jahren (

http://www.zeit.de/2013/13/Ruhrgebiet-Umweltschutz

). Inzwischen haben die meisten Zechen, Hüttenwerke und Fabriken geschlossen und deutsche Umweltschutzauflagen das ihrige getan, um das einstige Industriegebiet heute in weiten Teilen zu einer grüne Oase zu machen, die Wanderer und Radler anzieht.

Doch bis in die 80er Jahre hinein gehörte das Ruhrgebiet zu den verschmutztesten Gegenden Europas. Seine Bewohner nahmen es damals hin wie gottgegeben:

Ruß, Schwefel, Staub und Stickoxide

am schlimmsten war der Smog Anfang Dezember 1962. Eine Inversionswetterlage hatte fünf Tage lang den Luftaustausch gestoppt, die Schadstoffbelastung schoss in die Höhe, über 150 Menschen starben, darunter auch die sechsjährige Tochter einer Cousine von Norbert Appel. ´Sie bekam einfach keine Luft mehr´, erinnert er sich. Die Familie habe den Erstickungstod mit einer hingenommen. ´Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen!´

Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Es wäre schön, wenn man das in fünfzig Jahren auch über die Schutzlosigkeit sagen könnte, mit der unsere privaten Daten gegenwärtig allerhand privaten und staatlichen Begehrlichkeiten ausgeliefert sind. Die seit fünf Monaten andauernden Enthüllungen über die Datenspionage von NSA und Co erregen die Gemüter, ja, inzwischen empören sie sogar die deutsche Bundesregierung . Doch die praktischen Konsequenzen, die die meisten Menschen aus diesen Informationen ziehen, scheinen gering zu sein: Sie gehen weiterhin achtlos mit ihren Daten um, veröffentlichen Privates auf Facebook und verschlüsseln ihre Email nicht; Demonstrationen sind

im Vergleich zu den

Freiheit-statt-Angst

-Protesten gegen Internetsperren und Vorratsdatenspeicherung um 2009

schlecht besucht; bei der Wiederwahl von Angela Merkel scheint das apathische Verhältnis der Kanzlerin zum Datenschutz keine Rolle gespielt zu haben.

Ist Datenschutz den Menschen inzwischen gleichgültig? Geben sie gerne ihre Privatsphäre auf, wie die Vertreter der

Post-Privacy

-Ideologie (http://de.wikipedia.org/wiki/Post-Privacy) behaupten, weil sie dafür aus dem Internet so reich belohnt werden? Oder gleicht ihre Tatenlosigkeit vielleicht eher der

gewissen Selbstverständlichkeit

, mit der die Ruhrgebiets-Familie 1962 den Erstickungstod ihrer Tochter hingenommen hat? Einer Kombination aus Unwissenheit, Hilflosigkeit und einem Problem von Ausmaßen, die letztlich die menschliche Vorstellungskraft übersteigen

und damit auch die Hoffnung, etwas dagegen tun zu können?

Wie man so eine Haltung verändern kann, dafür könnte ein Vorbild die Umweltbewegung sein, die unter anderem dafür gesorgt hat, dass das Ruhrgebiet vom Dreckloch der Nation wieder zu einer lebenswerten Gegend geworden ist. In jahrzehntelanger zäher Arbeit ist es gelungen, Umweltschutz von einer Öko-Spinnerei zu einem globalen Thema zu machen. Heute beschäftigt dieses Thema Regierungen und UN-Klimagipfel und hat unseren Alltag durchdrungen

vom Klopapier aus Recyclingpapier bis zum Bio-Supermarkt an der nächsten Straßenecke.

Obwohl die Warnungen vor dem Raubbau an der Natur bereits seit Anfang der 70er Jahre (zum Beispiel in dem berühmtem Bericht des Club of Rome (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums)) formuliert wurden, trotz der Umweltkatastrophen von Seveso, Bhopal oder Tschernobyl war es eine weiter und harter Weg, bis aus Einsicht in Umweltprobleme politisches Handeln wurde. Dieser Prozess fand statt als langer Marsch durch die Institutionen, der mit Bürgerinitiativen begann und über die Gründung von Parteien zur Teilnahme an der Politik in nationalen und internationalen Rahmen führte.

Der Missbrauch privater Daten zu geschäftlichen und geheimdienstlichen Zwecken mag heute als der unausweichliche Fall-Out der Informationsgesellschaft erscheinen

so wie einst die Ausbeutung von Rohstoffreserven und die Zerstörung von Lebensraum als notwendiges Übel der Industriegesellschaft erschienen sein mag. Die Umweltzerstörung, die diese anrichtet, sind freilich immer noch mit Augen und Nase wahrnehmbar.

Alle Umweltprobleme, die für die Menschen sichtbar, riechbar und hörbar sind oder gesundheitliche und wirtschaftliche Konsequenzen befürchten

ließen, sagt Klaus Töpfer, von 1987 bis 1994 Deutschlands zweiter Umweltminister, seien

erfolgreich in Angriff genommen

worden.

So gleicht die Zerstörung des Datenschutzes eher der Radioaktivität, deren Gefahren man zunächst auch nicht körperlich wahrnimmt: Selbst hat man ja nichts zu verbergen und aus der Datensammelwut von NSA und Google bisher keinen persönlichen Nachteil gehabt. Die Einschläge kommen freilich näher, wenn man sich die Meldungen von Kündigungen wegen Postings in Sozialen Netzwerken ins Gedächtnis ruft (http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-06/arbeitsrecht-facebook-kuendigung)). Oder daran denkt, dass oft schlichte Namensverwechselungen oder -gleichheit zur Aufnahme auf No-Fly-Listen (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Viele-Beschwerden-gegen-No-Fly-Liste-mit-Terrorverdaechtigen-193394.html) oder schlimmstenfalls sogar nach Guantanamo (http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=au&dig=2012%2F12%2F14%2Fa0120&cHash=b289ed76cd854fed98b7537ec36fbed2) führen können.

Vielleicht ist der NSA-Skandal ja nun der GAU, der nötig war, um ein wirkliches Umdenken in Sachen Datenschutz einzuleiten. So wie der Reaktor-Unfall von Fukushima wollen auch die Enthüllungen, die dank der von Snowden beiseite geschafften Dokumente möglich geworden sind, scheinbar kein Ende zu nehmen. Daher ist es sehr bedauerlich, dass ausgerechnet jetzt die Piratenpartei, deren Markenkern eigentlich genau dieses Thema sein sollte, sich im finalen Stadium der Selbstauflösung zu befinden scheint. Wenn es so eine Partei nicht schon gäbe, müsste man sie eigentlich jetzt erfinden.

Oder auch nicht. Immerhin gibt es ermutigende Zeichen: die Generation der

digital natives

verlässt Facebook (

http://news.cnet.com/8301-1023_3-57572154-93/why-teens-are-tiring-of-facebook/

) gerade in Richtung neuer und angeblich sicherer Dienste wie Snapchat. Viele geben dabei mangelnden Datenschutz als Grund an (

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2423713/Facebook-users-committing-virtual-identity-suicide-quitting-site-droves-privacy-addiction-fears.html

). Es waren diese Netz-Kids, die die kritische Masse bei den Demonstrationen gegen Internetsperren darstellten und die Online-Petition zeichneten, die dazu beigetragen haben, dass das Netzsperren-Gesetz schließlich vom Bundestag kassiert wurde, bevor es jemals zur Anwendung kam.

Um noch einmal den ehemalige deutschen Umweltminister Töpfer zu zitieren:

Umweltpolitik war in Deutschland immer dann erfolgreich, wenn das überzeugende Engagement der Bürger politisches Handeln erzwang.

Was in Sachen Datenschutz funktioniert hat, sollte eigentlich auch in Sachen Datenschutz möglich sein. Damit wir in ein paar Jahren wirklich sagen können: Man kann sich diese Art der Internet-Überwachung heute gar nicht mehr vorstellen!

auch wenn hier in letzter Zeit andere Töne angeschlagen werden (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/privatsphaere-ueberwachung-nsa-seemann)

(http://blog.spackeria.org/)

. Irgendwie,

gegen

mager.

Die in einem langen und zähen Kampf auf die internationale Tagesordnung gesetzt wurde. Von Hippie-Spinnereien bis zu Uno-Klimagipfeln

Datenschützer hoffen, irgendwann würde die Masse ihre Lektion lernen, irgendwann wäre der Bogen überspannt, irgendwann hätten alle die Nase voll von Erfassung, Durchrasterung und Verknüpfung ihrer Daten. Vor die Wahl gestellt zwischen dem Schutz ihrer Privatsphäre und einem Platz in der Neuen Welt, scheinen sich aber mehr und mehr Menschen für Letzteres zu entscheiden. So wurde im Mai 2010, aus Protest gegen die Datenschutz-Politik von Facebook, die bisher vermutlich größte öffentliche Kampagne zum Facebook-Austritt gestartet: der «Quit Facebook Day». Wie viele hatten am Ende dieses Tages geschworen, ihr Facebook-Profil zu löschen? Nicht einmal ein Zehntausendstel der Gesamt-Nutzerschaft.

Hellers denkfaule Schlußfolgerung: .

Der ehemalige Sun-Chef, Scott McNeal prophezeihte schon vor zehn Jahren

Privacy is dead. Get over it.

Bürger nicht mit einem eigentumsähnlichen Recht auf ihre Daten versehen sollte, damit sie an diesen

Personal Data Markets

wenigstens finanziell partizipieren können.

dass Firmen ihre Kunden in Europa nicht mehr zwingen dürfen, einer Datenverarbeitung zuzustimmen.

dass alle Daten, die den eigenen Rechner verlassen, im Hintergrund mit Lizenzbedingungen versehen werden könnten (zu Englisch

Sticky Policies

), die genau festlegen für welche Zwecke eine Firma die bei ihr ankommenden Daten weiterverwenden darf und für wie lange.

Eine neue Studie von Unisys hat ergeben, dass 77 Prozent der Deutschen nach der Regierung rufen, um sie gegen Datenspionage zu schützen.

Flasbarth ist in Duisburg-Rheinhausen aufgewachsen, dem Pompeji der Nachkriegszeit, mit leuchtenden Hochöfen und Ascheregen vom Himmel. "Wir konnten die Wäsche kaum draußen aufhängen, weil es so dreckig war", sagt Flasbarth. Aber beschwert habe sich kaum einer, man wollte auch in all dem Dreck kein Nestbeschmutzer sein. Die Industrie hatte Wohlstand für viele gebracht. Und wenn doch jemand aufbegehrte, dann half es nicht viel. Umweltweltschutz hieß damals, Schornsteine höher zu bauen

Dass das die Genies sind, die sich vom rangniederen Mitarbeiter eines

Subcontractors

ihre Geheimnise haben klauen lassen.

Als die Schrebergärtner in Duisburg-Neuenkamp an einem Aprilmorgen 1961 in ihre Gärten kamen, war alles schwarz und tot. Über Nacht hatte es Schwefeldioxid geregnet, das Tausende Obstbäume verbrannte. Die Kleingärtner stellten Strafanzeige gegen Unbekannt, die Ermittlungen verliefen im Sande, weil die Justiz damals keine große Lust hatte, gegen Umweltsünder vorzugehen - und weil sie auch wenig machen konnte.

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch mussten die Menschen das an Gift und Dreck in ihrer Umgebung hinnehmen, was nach den "örtlichen Verhältnissen" üblich war. Und die verheerende Umweltverschmutzung war üblich im Ruhrgebiet. "Wer zu lang dort lebt, bekommt beim Atmen leichte Krämpfe. Aber wer lebt dort schon lang?", sang der Kabarettist Georg Kreisler über Gelsenkirchen.

In den sechziger Jahren wurde es manchmal gar nicht hell in den Städten, bei Smog konnte man nur fünf Meter sehen.

Daheim verabschiedete der Düsseldorfer Landtag 1962 das erste Immissionsschutzgesetz. Die Fabriken bauten Filter ein, die Luft wurde besser, die Schwefeldioxid-Konzentration sank seit 1964 um 97 Prozent - weil die Gesetze schärfer wurden, und weil nicht mehr die Bäume starben, dafür die Zechen und Hochöfen.

Privatheit oder informationelle Selbstbestimmung für viele Menschen keinen Wert mehr darstellt und ihnen auch nicht klar ist, warum dieser Grundwert, der durch ein Grundrecht geschützt ist, in der modernen Gesellschaft überhaupt noch von Relevanz sein sollte. Die NSA-Affäre bewegt die Menschen deshalb nicht, weil die Rechtsverletzung die dort stattfindet, den meisten Menschen zu abstrakt ist und viele auch meinen, sie seien davon nicht betroffen.

Josiah was looking intently at his tablet.

m looking at your profile,

he said,

m finding nothing about you and kayaking. No smiles, no ratings, no posts, nothing. And now you

re telling us you kayak once every few weeks?

Well, maybe it

s less than that?

Mae laughed, but Denise and Josiah did not. Josiah continued to stare at his screen, while Denise

s eyes probed into Mae.

When you go kayaking, Mae, what do you see?

t know. All kinds of things.

Seals, sea lions, pelicans?

Denise tapped at her tablet.

m doing a search now of your name for visual documentation of any of these trips you

ve taken. I

m not finding anything.

ve never brought a camera.

Josiah looked up, his eyes pained.

But how do you identify all these animals?

Denise asked.

I have this little thing my ex-boyfriend gave me,

Mae said.

s just a little foldable guide to local wildlife.

Josiah exhaled loudly.

m sorry,

Mae said.

Josiah rolled his eyes.

No, I mean, I know this is a tangent, but my problem with paper is that all communication dies with it. It holds no possibility of continuity. You look at your paper guide, and that

s where it ends. It ends with you. Like you

re the only one who matters. But think if you

d been documenting. If you

d been using a tool that would help confirm the identity of whatever birds you saw, then anyone can benefit

naturalists, students, historians, the Coast Guard. Everyone can know, then, what birds were on the bay on that day. It

s just maddening, thinking of how much knowledge is lost every day through this kind of shortsightedness. And I don

t want to call it selfish but

Josiah softened.

But documentation aside, I

m just fascinated why you wouldn

t mention anything about kayaking anywhere. I mean, it

s a part of you. An integral part.

Mae let out an involuntary scoff.

t think it

s all that integral. Or all that interesting, really. Lots of people kayak,

Mae said.

s exactly it!

Josiah said, quickly turning red.

t you like to meet other people who kayak?

Josiah tapped at his screen.

There are 2,331 people near you who also like to kayak. Including me.

Denise was looking at Mae intensely.

Mae, I have to ask a delicate question. Do you think .

. Well, do you think this might be an issue of self-esteem?

Excuse me?

Are you reluctant to express yourself and to share your experiences because you fear you aren

t valuable? That the moments of your life, and your opinions, don

t matter?

Mae had never thought about it quite this way, but it made a certain sense. Was she too shy about expressing herself?

t know, actually,

she said.

Denise narrowed her eyes.

m no psychologist, but if I were, I might have a question about your sense of self-worth. We

ve studied some models for this kind of behavior. Not to say this kind of attitude is antisocial, but it

s certainly sub-social and certainly far from transparent. And we see that this behavior sometimes stems from a low sense of self-worth

a point of view that says,

Oh, what I have to say isn

t so important.

Do you feel that describes your point of view?

Im besten Fall hätten die Snowden-Enthüllungen darum die gleiche Wirkung wie die Atomkatastrophe von Fukushima: ein rasches, problemlösendes Handeln.

ein schneller Ausstieg aus einem

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