EToys will seine Klage gegen die europäische Künstlergruppe etoy offenbar zurücknehmen. In einem Fax an die Anwälte von etoy signalisiert der amerikanische Internet-Spielzeughändler seine Bereitschaft, das Verfahren einzustellen. Allerdings versucht eToys immer noch, Einfluss auf den Inhalt der Website von etoy zu nehmen. Sie schlagen den Künstlern vor, Bilder und Texte, die als obszön empfunden werden können, auf einen anderen Server zu verlegen. Dies sei aber "nur ein Vorschlag".
Anfang November hatte eToys die Künstlergruppe verklagt, weil sie der Ansicht waren, dass ihr Markenname durch die ähnlichen Internetadressen beschädigt würde. etoy mussten ihre Website nach einer einstweiligen Verfügung von einem US-Gericht
"Wir wollen mit etoy im Internet eine gute Nachbarschaft haben", heißt es nun in einer Pressemitteilung von eToys. "Viele Menschen haben uns in den letzten Wochen mitgeteilt, dass sie wollen, dass die Kunst von etoy und der E-Commerce von eToys im Internet friedlich nebeneinander existieren."
Die Mitteilungen an eToys hatten in den vergangenen Wochen immer schärfere Formen angenommen. Auf Websites wurden die E-mail-Adressen von eToys-Angestellten veröffentlicht, um ihnen böse Briefe schreiben zu können. Eine New-Yorker Gruppe versuchte, den Server des Spielzeugversand durch Überlastung lahmzulegen. Die Künstlergruppe RTmark startete sogar ein Internet-Spiel, dessen Ziel es war, den Börsenkurs von eToys fallen zu lassen.
Und tatsächlich: Die Aktien verloren seit November die Hälfte ihres Werts. Etoy sind von dem Angebot von eToys nicht überzeugt, und warten auf den nächsten Gerichtstermin am 10. Januar. (tel.)